Mercury News – San Jose Sharks Saisonvorschau 2025/26
Von Steven Rinella
Hunt. Strike. Conquer. Sharks on the Prowl.
In San Jose ist die Jagdsaison eröffnet. Die Sharks treten an wie ein Rudel, das durch Schnee und Sturm zieht: kalt, fokussiert und kompromisslos. Noch ist der Rebuild nicht abgeschlossen. Doch unter General Manager Umberto Seiler entsteht eine neue Identität: ein Team, das nicht auf Ruhm, sondern auf Instinkt, Härte und Entschlossenheit gebaut ist.
Vom Bergtal in die FIHL, der Weg von GM Seiler
Umberto Seiler ist kein gewöhnlicher Manager. Er stammt aus einem abgelegenen Bergdorf im Kanton Graubünden, dort, wo der Wind schärfer und der Winter länger ist. Schon früh lernte er, was es heißt, für jede Kleinigkeit zu kämpfen, nicht nur im Sport, sondern im Leben. Seine Kindheit war geprägt von verschneiten Hängen, Wildfährten im frischen Schnee und dem stillen Respekt vor der Natur.
„Bei uns ist die Jagd keine Freizeitbeschäftigung“, sagt Seiler. „Sie ist Tradition, Verantwortung, ein Weg, das Leben zu verstehen. Du lernst die Natur zu lesen: das Gelände, das Verhalten der Tiere. Geduld, Disziplin und Entschlossenheit. Genau das trage ich heute mit mir ins Management.“
Bevor Seiler ins professionelle Eishockeymanagement einstieg, stand er selbst zwischen den Pfosten, dies beim HC Prättigau-Herrschaft in der 2. Liga der Schweiz. Es war kein glamouröses Leben: kalte Eishallen, keine Freizeit neben der Arbeit und dem Hobby und keine Zeit der grossen Passion Jagd nachzugehen.
„Ich war nie der spektakulärste Goalie“, sagt Seiler mit einem Lächeln. „Aber ich war ruhig, konzentriert und bereit. Genau diese Eigenschaften helfen mir heute in jeder Entscheidung, die ich treffe.“
Seilers Philosophie ist klar: Die FIHL ist sein neues Revier. Er beobachtet. Er analysiert. Und wenn der Moment kommt, schlägt er zu. Dies präzise und ohne zu zögern.
„Ich will, dass mein Team das Spiel sieht wie ich den Hang voller Wildspuren. Du rennst nicht blind drauflos. Du liest, du verstehst und dann, wenn der Moment reif ist, schlägst du eiskalt zu.“
Die Gesichter des Rudels: Celebrini, Smith und Nichushkin
Angeführt wird das neue San Jose von drei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch perfekt zusammenpassen: Macklin Celebrini, Will Smith und Valeri Nichushkin.
Celebrini ist der ruhige Stratege, Smith der kreative Scorer mit Killerinstinkt, Nichushkin der kompromisslose Power-Forward, der kein Duell scheut. Gemeinsam bilden sie die Speerspitze des Rudels, schnell, eiskalt und tödlich.
Die zweite Linie mit Casey Mittelstadt, Ryan Hartman und Philip Tomasino bringt Balance, Biss und Cleverness. Mittelstadt lenkt, Hartman kämpft sich durch jeden Block, Tomasino bringt das nötige Tempo. Diese Reihe lebt den Jagdinstinkt: schleichend, lauernd, zuschlagend.
Dahinter folgt mit Engvall, Eller und Podkolzin eine dritte Reihe, die Erfahrung und Physis mitbringt. Die vierte Linie, mit Carcone, Kunin und Greenway, ist das unerbittliche Rückgrat: immer in Bewegung, nie still, nie bequem. Sie attackieren jeden Shift wie ein Rudel Wölfe auf frischer Spur.
Die Verteidigung, Kontrolle mit Kälte
In der Defensive führen Bowen Byram und Samuel Girard eine Formation an, die jung, talentiert und diszipliniert ist. Unterstützt werden sie von Henry Thrun, Ty Emberson, Jeff Petry und Marc Del Gaizo. Ein Mix aus Stabilität und Tempo. Im Tor steht mit Adin Hill ein Mann, der ruhig bleibt, wenn es brennt. Der letzte Jäger im Revier.
Rivalen und Revierkämpfe
Mit den Anaheim Ducks und den Los Angeles Kings haben die Sharks erbitterte Rivalen direkt vor der Tür. Revierkämpfe, in denen es um mehr geht als nur Punkte.
„Gegen die Ducks schlagen wir zu wie ein hungriges Raubtier, eiskalt und tödlich“, sagt Will Smith.
„Es geht nicht nur ums Spiel. Es geht um Stolz. Um San Jose.“
Die Kings mögen nicht mehr die Titanen von früher sein, aber sie sind zäh, hartnäckig und gefährlich.
„Das sind echte Revierduelle“, meint Celebrini.
„Wir müssen zeigen, dass Kalifornien uns gehört. Mit jedem Check, jedem Tor, jedem Shift.“
Auch Coach Peter Laviolette gibt die Richtung vor:
„Ich will ein Rudel sehen. Gemeinsam jagen. Gemeinsam verteidigen. Gemeinsam eiskalt zuschlagen.“
SharkNation, das donnernde Herz der Jagd
Und was wäre eine Jagd ohne ihre wildgewordenen Treiber? Die SharkNation ist mehr als eine Fangemeinschaft, sie ist der Puls des Teams. Das SAP Center verwandelt sich an Heimspieltagen in eine Höhle, in der jedes Tor wie ein Aufschrei durch die Ränge hallt. Keine Ruhe, keine Gnade. Wenn die Sharks jagen, jagt eine ganze Stadt mit ihnen.
„Diese Fans sind irre“, sagt Hartman lachend. „Aber genau das brauchen wir. Lärm, Feuer und Energie.“
Wenn San Jose spielt, bebt das Revier. Jeder Check wird mitgebrüllt, jedes Tor ist ein Triumphzug. Die Jagd beginnt nicht mit dem ersten Bully, sie beginnt mit dem ersten Schlachtruf der Tribüne.
Ein Rudel auf der Spur
Noch ist der Weg nicht zu Ende. Der Rebuild läuft. Doch die Richtung ist klar: San Jose hat die Spur aufgenommen. Die Gegner spüren bereits den Atem des Rudels im Nacken.
Die Spieler haben Eis in den Adern.
Die Stadt steht hinter ihnen.
Die Jagd hat begonnen.
Hunt. Strike. Conquer. Sharks on the Prowl.